Ein Ausflug in die Frühgeschichte



Der Förderverein für Heimatgeschichte der Stadt Kelbra plante am Sonntag, dem 04. Mai 2008 eine Reise zum weltweit einmaligem Sonnenobservatorium nach Wangen, nach Schloss Goseck und zur berühmten Himmelsscheibe zur Arche Nebra. Die Organisation dieser durchaus lehrreichen Stunden übernahm freundlicherweise Elisabeth Eckstein, unsere Seniorenbetreuerin.

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Ein gefüllter bequemer Pohl-Reisebus, rollte um 9Uhr vom Storkeyplatz Kelbra seinem Ziel entgegen. Die erste Haltestation war, wie könnte es anders sein, im kleinen Ort Wangen in der Nähe der einmaligen jungsteinzeitlichen Kreisgrabenanlage, einer Rekonstruktion des ältesten Sonnenobservatoriums Europas bzw.der Welt. Diese Anlage wurde komplett mit einem Durchmesser von rund 70 m ausgegraben und an der Originalstelle mit über 1500 Eichenstämmen wieder aufgebaut und im Dezember 2005 fertiggestellt.

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Bei Bilderbuchwetter schritten wir Besucher der 7000 Jahre alten Anlage, einer Versammlungs- Kult- und Himmelsbeobachtungsstätte, ehrfürchtig entgegen. Die 3 Tore waren bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende genau ausgerichtet worden.Unter fachkundiger Anleitung wurde uns auch die Geschichte vom Mittelberg bei Nebra mit dem Fundort der 3600 Jahre alten unermesslich wertvollen Himmelsscheibe, die zuerst in unsachgemäße Hände geriet, erläutert. Leider reichte die Zeit zum Aussichtsturm auf dem Mittelberg nicht mehr aus.War es doch kaum zu glauben, dass wir Besucher nun am Sonntag mitten in diesem Himmelsbeobachtungs-Phänomen standen. Aufmerksam lauschten wir den Worten über die schwere Arbeit der Rekonstruktion. Alles sollte so, wie vor 7000 Jahren, von Hand hergestellt und die schweren Eichenstämme in den Boden gestampft werden, möglichst ohne morderne Werkzeuge. Die Anstrengungen hatten sich gelohnt, denn dadurch ist etwas Einmaliges sichtbar geworden. Als ein magisches Phänomen könnte man die gute Akustik in der Kreisanlage bewerten.

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Bei einem kurzen Abstecher zum Schloss Goseck, besichtigten einige Mitreisende die Schlosskirche. Ersterwähnung einer Burg im Hersfelder Zehntregister (9.Jh.) und im 10./11. Jh. lebten dort die Grafen von Goseck. Umwandlung der Burg in ein Benediktinerkloster.1615 und später Umbau der Klosterkirche zu einer kleinen Schlosskirche. Seit 1997 gehört das Schloss zur Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt. Mitten im Hof beeindruckte ein im Jahre 1840 gepflanzter schöner alter Gingkobaum.

Das Mittagessen nahmen wir im Hotel "Edelacker" in Freiburg bei einem herrlichen Blick ins Unstruttal ein.

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Die Arche Nebra oder auch goldene Barke genannt, dem Besucherzentrum der 3600 Jahre alten Himmelsscheibe, galt unsere letzte Station. Hier gab es ausführliche Beschreibungen über die Himmelsscheibe, die 1999 entdeckt wurde. Die Mondsichel, die Sonne, die Sterne, der Sternenhaufen "Plejaden"und die beiden Barken auf der Himmelsscheibe, wurden in einer einzigartigen Show unter der Planetariumskuppel erlebbar gemacht. Highslide JS

Das astronomische Wissen, welches auf der Himmelsscheibe verewigt wurde und Kalendertermine festlegte, führte uns hier zurück in die Bronzezeit. Die Himmelsscheibe war nicht nur während der Führung immer anwesend, sondern konnte an der Rezeption als Schmuck, als Tasse, als Bild in einer Weinflasche, als T-Shirt oder Bücher käuflich erworben werden. Die echte Himmelsscheibe ist nur im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu besichtigen.

Mit Kaffee und Kuchen in der Arche endete ein geschichtlich wissensreicher Tag. Ein herzliches Dankeschön geht an Elisabeth Eckstein als unsere fürsorgliche Reiseleiterin.

Gerlinde Kanstorf-Fiedler

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